Leserbrief Südostbayrische Rundschau, 17.Jan 2017, gedruckt
 
Nun soll es werden Frieden auf Erden.
 
Im Dezember gehe ich zu einem Vortrag, den Ali Raza, ein Asylbewerber aus Pakistan, über das "Schrecklich schöne Pakistan" hält. Er fragt uns, ob wir mit ihm zusammen ein Schulprojekt in seinem Heimatdorf in Pakistan machen wollen - ein Land ohne Schulpflicht - Schule kostet Geld und ist für normale Familien nicht erschwinglich, von 200 Mio. Pakistani sind 70 Mio. Analphabeten. Sein Vater hat schon mit den Dorfältesten gesprochen, Grund und Boden für die Schule steht zur Verfügung.
Ich gehe also heim und denke, Schule ist gut. Jedes Kind sollte zur Schule gehen dürfen.
Pakistan. Was ist mit Pakistan? Ich nehme mir mein neues Buch "Illegale Kriege", geschrieben von Dr. Daniele Ganser, einem schweizer Friedensforscher, und lese: "Der illegale Krieg gegen Pakistan", NATO Länder bombardieren Pakistan, ohne Mandat der Vereinten Nationen, unserer Weltfriedensorganisation, mit Drohnen, und das funktioniert so gut, weil wir auf einem deutschen Standort eine Relaisstation für diese Sache beherbergen. Unglaublich, denke ich, lese auf Wikipedia nach (14.01.2017), und:
"Von dem 603d Air and Space Operations Center[1] auf der Ramstein Air Base werden die Planung und Steuerung der Kampfdrohnen-Einsätze gegen mutmaßliche Terroristen im Irak, Afghanistan, Somalia, Jemen sowie die Drohnenangriffe in Pakistan koordiniert.\l"
Schlecht. Dieses Projekt zählt zu den Errungenschaften von Friedensnobelpreisträger Barack Obama.
Ali und der Kirchanschöringer Helferkreis Asyl bauen eine Schule und wir müssen befürchten, dass NATO Länder das Projekt in Schutt und Asche legen.
Wenn wir also unsere Schule auf ein solides Fundament stellen möchten, muss Frieden unser Fundament sein. Wo also anfangen?
In der UNO Charta steht geschrieben (nach dem 2. Weltkrieg verfasst, in der sich 50 Staaten einig waren - Nie wieder Krieg):
"Alle Mitglieder unterlassen in ihren internationalen Beziehungen jede gegen die territoriale Unversehrtheit oder die politische Unabhängigkeit eines Staates gerichtete oder sonst mit den Zielen der Vereinten Nationen unvereinbare Androhung oder Anwendung von Gewalt." Gewaltverbot UNO Charta 1945 (Kapitel 1 Artikel 2 Absatz 4)
Mittlerweile hat die Weldfriedensorganisation 193 Mitgliedsstaaten.
Weltweiten Frieden vermissen wir aber.
Für mich und unsere Familie habe ich die Gemeinwohl Ökonomie gefunden. Kooperation statt Konkurrenz. Daran arbeiten, Verteilungskrisen aufzuheben. Weltweit Energiefelder (Ortsgruppen) aufbauen. Christian Felber schreibt in seinem Buch Gemeinwohl Ökonomie von der Perversion der gegenwärtigen Wirtschaftssituation: Fressen oder gefressen werden, feindliche Übernahmen, Ressourcenkriege...
Und ich muss ihm zustimmen, wenn er feststellt, dass er es nicht möchte, dass Menschen sterben, weil Kriege um Rohstoffe geführt werden. Ich möchte das auch nicht.
Reduce Reuse Recycle - Reduzieren, wieder verwenden, wieder verwerten
Mit einfachen Sachen anfangen die Situation zu verbessern.
"Weiloisirgendwiazamhängd"
Von Frau von der Leyen kam folgender Text als Neujahrsgruß auf http://www.ursula-von-der-leyen.de/ vom 14.01.2017
"Brief aus Berlin
vom 16. Dezember 2016
In der letzten Sitzungswoche des Jahres standen im Deutschen Bundestag viele sicherheitspolitische Themen auf der Tagesordnung. Die Mandate der Bundeswehreinsätze in Afghanistan, im Südsudan und in Darfur wurden bis Ende 2017 verlängert. Insgesamt ist die Bundeswehr an 14 Missionen im Ausland beteiligt. Hinter uns liegt also ein ereignisreiches Jahr mit vielen Herausforderungen. Ich bin froh, dass Sie sich als Mitglied der hannoverschen CDU engagieren und eingebracht haben. Ich freue mich auf die neuen gemeinsamen Aufgaben und wünsche Ihnen und Ihren Familien ein frohes und gesegnetes Weihnachtsfest sowie ein gesundes und glückliches neues Jahr 2016!"
Hoffentlich geht es bei der Anzahl der Länder, in denen die Bundeswehr im Ausland aktiv ist genauer als mit den Jahreszahlen. Und dann gibt ihr nicht mal jemand Feedback, uns vielleicht ein gesundes und glückliches neues Jahr 2017 zu wünschen und ich sehe ihren neuen gemeinsamen Aufgaben eher skeptisch entgegen. Vielleicht liest das nicht mal jemand. Vielleicht informieren sich die Bürger mittlerweile an anderen Stellen.
Die mehrheitliche Zustimmung im Deutschen Bundestag für Kriegseinsätze mit der NATO in Ländern, die die NATO Länder nicht angegriffen haben, schockiert mich. Die Bevölkerung würde meiner Meinung nach in der Mehrheit ablehnen, in Syrien oder Afghanistan mit der NATO ohne UNO Mandat in den Krieg zu ziehen. Waffen in Kriegsgebiete liefern bekäme sicher bei einer Volksabstimmung auch eine Ablehnung.
Andererseits lebt ja unser Land im Moment auch von den Freiwilligen beim Helferkreis Asyl, die ehrenamtlich die Syrer, Afghanen und Pakistani betreuen.
Womit sich der Kreis wieder schließt. Waffenexport und Illegale Kriege für mehr Asylbewerber. Schaffen wir das? Ehrlich?
Die Probleme des 21. Jahrhunderts dürfen nur friedlich gelöst werden.
 
Alexandra Poller, 14.01.2017

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